10.10. Quelle: www.bb-live.de

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VfB Bösingen - VfL Sindelfingen 2:0 (1:0)
Nach Baurs Verletzung im Schockzustand

Ein völlig geknickter Florian Baur (VfL Sindelfingen)

Ein völlig geknickter Florian Baur:
Bei der 0:2-Niederlage in Bösingen schied der VfL-Kapitän mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Foto. Eibner/Archiv.

Jetzt hat es auch den VfL Sindelfingen erwischt: Im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga, Staffel III, kassierte der Tabellenführer bei Verfolger VfB Bösingen mit 0:2 seine erste Saisonniederlage. Was aber noch viel schwerer wiegt: Kapitän Florian Baur schied mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Michael Stierle

"Ein großes Dankeschön an die Masseurin von Bösingen, die ihm gleich einen Zinkleimverband angelegt hat", so VfL-Trainer Thomas Dietsche nach der Schrecksekunde. Baur verdrehte sich bereits in der Luft das Knie, kam dann auch noch unglücklich auf. "Es hat geknackt", so der VfL-Kapitän, dem es danach auch kurz übel wurde und der von seinem mitgereisten Vater sofort ins Krankenhaus verfrachtet wurde. "Vielleicht hat er ja Glück im Unglück", bangt Dietsche, "aber auch wenn es kein Kreuzbandriss ist, wird er uns sicher in den nächsten Wochen fehlen."

Zu dem Zeitpunkt, eine Viertelstunde vor Schluss, war die Partie bereits entschieden. Bösingen führte 2:0, die Sindelfinger machten in Unterzahl nicht den Eindruck, als könnten sie diesen Rückstand noch wettmachen. Kevin Schuster hatte bereits nach 30 Minuten Gelb-Rot gesehen. "Zweimal gegen Bösingens Torjäger Daniel Steinwandel zu spät gekommen, der sich dann auch noch theatralisch fallen und minutenlang behandeln lässt", so Dietsche unwirsch.

Steinwandel war auch am ersten Tor beteiligt. In der 14. Minute schirmte Heiko Schmidt im eigenen Sechzehner den Ball ab, wollte ihn über die Torauslinie trudeln lassen, wurde dabei aber von Steinwandel nicht ganz regelkonform bedrängt. Der Bösinger luchste ihm jedenfalls den Ball ab, Schmidt setzte nach - Elfmeter. Und den verwandelte Manuel Bantle sicher zum 1:0. "Meine Mannschaft hat die Zweikämpfe nie richtig angenommen, bekam keine Kontrolle über das Spiel", schwante Dietsche schon zu diesem frühen Zeitpunkt Böses. Der VfL bemühte sich um ein gefälliges Aufbauspiel, was auf dem holprigen Platz aber schier unmöglich war. Da funktionierte das Rezept der Bösinger schon besser. Ihre langen Bälle mit anschließender Kopfballverlängerung sorgten stets für Gefahr, weil die Sindelfinger Abwehr nie in der Lage war, die VfB-Angreifer an die Kette zu legen.

Mit dem Halbzeitpfiff hätten die Hausherren schon für eine Vorentscheidung sorgen können, als Steinwandel allein auf VfL-Keeper David Kocyba zulief, der aber irgendwie noch den Fuß an den Ball brachte. Nach dem Wechsel hatten die Gäste ihre beste Phase, die allerdings nur von kurzer Dauer war. Samet Öztürk vergab die einzige Schusschance - "eine richtig klare Möglichkeit hatten wir allerdings nicht", räumte Dietsche ein. Bösingen befreite sich wieder von dem Druck der Gäste und kam durch einen Freistoß von Tobias Müller zum 2:0 (60.), der kurz davor den Ball in aussichtsreichster Position noch über den Querbalken gesetzt hatte. Das Sindelfinger Aufbäumen blieb aus, nach dem Ausscheiden von Florian Baur war den Spielern sowieso der Schreck in die Glieder gefahren. Am Ende verpasste Müller sogar noch den dritten Treffer, als er von Kocyba gerade noch gestoppt werden konnte.

"Schnell abhaken", fiel das Fazit von Thomas Dietsche ernüchternd aus. Und mit nachdenklicher Miene: "Angesichts der vielen Ausfälle musste diese Niederlage irgendwann kommen." Schlimm nur, dass jetzt auch Florian Baur auf dieser Liste steht.

VfL Sindelfingen:
Kocyba, Baur (75. Pretsch), Schmidt, Ötay, Zöller (65. Bayrak), Öztürk, Schuster, Glotzmann, Zuber (59. Yorulmaz), Poser, Gonsior.
Tore: 1:0 (14. Foulelfmeter) Bantle, 2:0 (60.) Müller.
Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot Schuster (30./VfL) wiederholtes Foulspiel.
Schiedsrichter: Endriß (Winterlingen).
Zuschauer: 300.

 

 

 

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