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VfL Sindelfingen - FC Gärtringen 2:0 (0:0) VfL Sindelfingen setzt seine Siegesserie fort
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Oliver Glotzmann (rechts) vom VfL Sindelfingen gegen den Gärtringer Daniel Supper: Der Landesliga-Spitzenreiter strauchelte im Derby, fiel aber nicht. KRZ-Foto: Simone Ruchay-Chiodi.
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Der VfL Sindelfingen hat auch das achte Spiel in der Fußball-Landesliga, Staffel III, unbeschadet überstanden. Diesmal musste der FC Gärtringen mit 0:2 dran glauben obwohl er im Floschenstadion die klar bessere Mannschaft war.
"Ein sehr glücklicher Sieg, den wir aber gerne mitnehmen", freute sich VfL-Trainer Thomas Dietsche. Zumal die beiden Verfolger Bösingen und Metzingen leer ausgingen. Auf der Gegenseite verstand FCG-Coach Jörg Wieland die Welt nicht mehr: "Ich kann die Komplimente nicht mehr hören. Wir hatten genügend Möglichkeiten, um in Führung zu gehen, ehe Sindelfingen das 1:0 erzielte."
Erste Überraschung bei den Gastgebern: Thomas Dietsche zauberte mit Soner Özay einen alten Bekannten aus dem Hut. Und der spielte auf, als wäre er nie weg gewesen und bildete mit Heiko Schmidt ein Bollwerk am eigenen Sechzehner. Dafür musste Dietsche kurzfristig auch noch Paul Lubig (Arbeitsunfall) und Daniel Zöller (berufsbedingt) ersetzen. Dagegen kommt Kapitän Daniel Kniesel nach seiner Knieoperation wieder ins Rollen. Die Fäden sind gezogen, und nachdem er sich in den letzten Tagen mit dem Fahrrad in Form brachte, stieg er auch wieder ins Training ein.
"Wenn alles glatt läuft, will ich in zwei Wochen gegen Rottweil auflaufen." Sein Trainer wird's gerne hören. "Denn mit unseren verletzten Spielern könnten wir derzeit eine komplette Mannschaft bilden - und das wäre eine richtig gute", so Dietsche zu seinen vielen Ausfällen. Ein Thema, das auch den FC Gärtringen tangiert, denn neben den Langzeitverletzten musste Wieland weiterhin auf Florian Seyfried und Michael Gann verzichten. Dafür stand überraschend Florian Eipper in der Gärtringer Startelf.
Beide Mannschaften legten flott los. Denis Gonsior versuchte es mit einem Volleyschuss, Andreas Poser scheiterte nach Zuspiel von Mathias Zuber am stark reagierenden Wolfgang Brodbeck im FC-Gehäuse. "Wir hatten ein Chancenplus von 5:1", grantelte Wieland. "Mit unseren Möglichkeiten sind wir aber leichtfertig umgegangen." Andreas Stäb scheiterte mit einem Freistoß an VfL-Keeper David Kocyba. Kevin Kemmler säbelte drüber, während die Sindelfinger Hintermannschaft staunend zusah, wie Dominik Stikel einen Rückpass von Andre Gonsior an den Pfosten setzte. Stikel, der vor der Pause machte, was er wollte, um danach völlig abzutauchen, hatte zudem Pech mit einem Flachschuss, der am langen Eck vorbeistrich. Die rechte Abwehrseite, auf der Kapitän Florian Baur ungeahnte Schwächen zeigte, erwies sich in der ersten Hälfte als Achillessehne, setzten die Gäste doch immer wieder Nadelstiche.
"Ihr müsst schneller spielen, aggressiver am Mann sein und die Fehler abstellen", so Dietsche in der Halbzeitpause. Vielleicht war seine Ansprache bis in die Gärtringer Kabine zu hören, denn es waren die Gäste, die ab der 46. Minute auftrumpften. Doch wie sagte Jörg Wieland: "Wir betreiben einen hohen Aufwand, ohne uns zu belohnen." Andy Stäb zielte drüber, der Abschluss von Dominik Stikel war viel zu schwach, einen Freistoß von Hanjo Kemmler wehrte Kocyba ab, ehe der Ball erneut vor das VfL-Gehäuse segelte, wo Soner Özay die prekäre Situation im letzten Moment klärte.
Chancen am laufenden Band für den FC, doch als dann auch noch Andre Gonsior erst zu einer freundlichen Rückgabe genau in die Arme von Kocyba ansetzte, um Sekunden später ein Zuspiel von Eipper freistehend am fast leeren Tor vorbeizusetzen, bahnte sich das Unheil für die Gäste an. Özay leitete mit einem Diagonalpass auf Zuber einen blitzsauberen Konter ein, und dessen Flachschuss landete im Tor (64.).
Zuber und Poser treffen, sonst ist von ihnen gar nichts zu sehen
Sieben Minuten später erzielte Poser mit einem raffinierten 22-Meter-Schuss den 2:0-Endstand. "Der war noch abgefälscht", konnte FC-Keeper Wolfgang Brodbeck die Kugel nur noch aus dem Netz holen. Vorausgegangen war eine prima Szene von Denis Gonsior, der sich erst den Ball erkämpft hatte, um dann Poser einzusetzen, der sich prompt mit seinem obligatorischen Treffer bedankte.
"Wir hatten die torgefährlicheren Einzelspieler", schmunzelte Dietsche über seine beiden Torschützen, von denen ansonsten überhaupt nichts zu sehen war, die aber in den entscheidenden Momenten präsent waren. "Beim ersten Treffer laufen wir nach einem Ballverlust in einen Konter, beim zweiten rücken wir auf und verzichten auf die Absicherung", war Wieland endgültig bedient.
Nach dem nächsten Fehlversuch der Gäste durch Andre Gonsior, Kocyba klärte zur Ecke, war die Luft raus bei Gärtringen. "Die Sindelfinger haben eben einen Lauf", zuckte Wieland mit den Schultern.
"Wir müssen weiter sehr hart arbeiten." Und dann durfte er sich noch bei Andy Poser bedanken, der in den letzten Minuten zwei dicke Gelegenheiten ungenutzt ließ, dass es beim 0:2 blieb. Sonst wäre die eigentlich unverdiente Niederlage noch deutlicher ausgefallen.
Dagegen strahlte Thomas Dietsche mit der Oktobersonne um die Wette: "So ein Spiel gewinnt man eben, wenn man oben steht. Auch wenn der Gegner eine starke Leistung abliefert." Beste Voraussetzungen für das Schlagerspiel nächsten Sonntag beim Tabellenzweiten VfB Bösingen.
VfL Sindelfingen: Kocyba, Gonsior (79. Durak), Yorulmaz (62. Borazan), Zuber (74. Öztürk), Glotzmann, Schuster, Poser, Schmidt, Pretsch, Özay, Baur. FC Gärtringen: Brodbeck, H. Kemmler, Stikel, Hörmann, K. Kemmler (76. Buscaglia), Gonsior, Riebe, Immisch, Eipper, Supper, Stäb. Tore: 1:0 (64.) Zuber, 2:0 (71.) Poser. Schiedsrichter: Beck (Schöntal). Zuschauer: 300. |