01.08. Quelle: www.bb-live.de

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SV Böblingen ist schon richtig gut in Schuss

Sascha Raich und Daniel Raich gegen den eingewechselten Andi Poser (rechts, VfL Sindelfingen)

Die beiden Böblinger Sascha Raich und Daniel Raich gegen den eingewechselten Andi Poser:
Dem VfL Sindelfingen ganz schön eingeheizt.

Foto: Brändli.

Die Erkenntnis nach dem 1:3 im Erstrunden-Pokalspiel VfL Sindelfingen gegen SV Böblingen dürfte so falsch nicht sein: Beide Mannschaften sind auf Kurs. Dass die SVB dabei ein Stück weiter ist, ist auch der Tatsache geschuldet, dass es für sie am Freitag um die ersten Verbandsliga-Punkte geht.

Michael Stierle

Zunächst wartet aber bereits am Dienstag um 18 Uhr in Runde zwei Oberligist SSV Reutlingen. Böblingens Trainer Mario Estasi muss aufpassen, dass seine Mannschaft so kurz vor Rundenstart nicht überdreht.

Als "gerecht" bezeichnete Sindelfingens Trainer Thomas Dietsche das Ergebnis vor knapp 300 Besuchern (darunter auch der aus Sindelfingen stammende Hoffenheim-Profi und derzeit mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzte Boris Vukcevic), die den Weg auf den abgelegenen Platz hinter dem Glaspalast gefunden hatten. "Im Passspiel sicherer, einige gute Aktionen vor unserem Tor initiiert", schwang fast schon so etwas wie Anerkennung für den Lokalrivalen mit. "Meine Mannschaft konnte einiges lernen."

Dennoch hätte Sindelfingen in Führung gehen können. Nach einer Viertelstunde tauchte Neuzugang Oliver Glotzmann allein vor SVB-Keeper Michael Zaglauer auf, doch der parierte reaktionsschnell. Danach übernahm Böblingen die Initiative. Auf der rechten Seite überliefen die bereits sehr gut harmonierenden Daniel Knoll und Sascha Raich die VfL-Abwehr ein ums andere Mal, Timo Paetzold überzeugte als kluger Ballverteiler, links wirbelte Hüseyin Öztürk, vorne waren Gökhan Akyüz und Mario Berenbold immer anspielbereit. "Das hat ganz gut ausgesehen", war Estasi zufrieden.

Nach einer Öztürk-Flanke verunglückte der Abschluss von Daniel Knoll, dann zwangen Akyüz und wieder Knoll den jungen VfL-Keeper Eduard Schnell, der den Vorzug vor Urlauber David Kocyba erhalten hatte, aus ähnlicher Position zu zwei Glanzparaden. Nach 35 Minuten legte Akyüz quer zu Berenbold, der nicht nur in dieser Situation mit seinen 19 Jahren eine erstaunliche Coolness bewies und den Ball gegen die Laufrichtung von Schnell zum 0:1 ins Tor schob. Wenn es auf Böblinger Seite bis zur Pause etwas auszusetzen gab, dann waren es einige Schlampigkeiten in der Spieleröffnung von hinten heraus.

Zweiter Kritikpunkt nach dem Seitenwechsel: die Chancenverwertung. Nach dem Rückpass von Akyüz wurde Sascha Raich im letzten Moment abgeblockt, Öztürk zielte vorbei, Berenbolds Querpass auf den mitgelaufenen Akyüz wurde abgefangen, wieder Akyüz scheiterte allein vor Eduard Schnell, ehe Raich nach einer mustergültigen Öztürk-Flanke übers Tor köpfte.

Zur Vorentscheidung mussten die Sindelfinger schon kräftig mithelfen. Unglücksrabe Oliver Glotzmann unterlief ein verhängnisvoller Rückpass, und diesmal verwandelte Gökhan Akyüz gegen Schnell eiskalt - 0:2 (69.). Zwar verkürzten die Gastgeber nach einem Diagonalpass von Daniel Kniesel auf Olcay Borazan etwas überraschend und fast postwendend auf 1:2 (72.), mehr ließ die SVB aber nicht zu. Im Gegenteil, als den Sindelfingern in der Schlussphase nach einer kräftezehrenden Woche mit Turnieren und Testspielen etwas die Luft ausging, kam die SVB noch zum dritten Tor. Und das war auf engstem Raum klasse herausgespielt, Scott Rogers setzte den Ball in den Winkel - 1:3 in der Nachspielzeit.

"Ich bin trotzdem zufrieden", meinte VfL-Trainer Thomas Dietsche. "Erstens haben uns doch einige Akteure gefehlt, darunter mit Schuster, Zöller, Grünbaum, Bayrak, Poser und Zuber auch keine ganz unwichtigen. Zweitens hat Böblingen eine gute Mannschaft." Auf SVB-Seite war Mario Estasi bemüht, das Ergebnis trotz aller nachbarschaftlichen Rivalität richtig einzuordnen. "Wir dürfen nicht euphorisch werden. Das war ein Sieg gegen einen Landesligisten, nicht mehr und nicht weniger. Das sollte man von uns jetzt schon auch erwarten dürfen."

Was dieser 3:1-Sieg wirklich wert ist? Die Spiele gegen Reutlingen und vor allem Nehren werden es zeigen.

VfL Sindelfingen:
Schnell, Gans, Grobelny (70. Cerny), Lubig, Schmidt, Kniesel, Glotzmann, Gonsior, Öztürk (46. Poser), Borazan (75. Fetahu), Yorulmaz (54. Durak).
SV Böblingen:
Zaglauer, Fredel, Berenbold (89. Franz), Jurkovic, Öztürk (78. Rogers), Paetzold, Raich, Schragner, Knoll (66. Wagner), R. Vargas, Akyüz (88. Delice).
Tore: 0:1 (35.) Berenbold, 0:2 (69.) Aküyz, 1:2 (72.) Borazan, 1:3 (90.) Rogers.
Schiedsrichter: Schöck (Weissach).
Zuschauer: 250.

 

 

 

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